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Da gerade jetzt um die Weihnachtszeit viele Tiere verschenkt und bei der "nächst besten Gelegenheit" wieder ausgesetzt werden, möchte ich euch hier etwas zum Nachdenken geben...

Tiere haben ebenfalls wie wir Menschen Gefühle und es ist einfach nicht gerecht, sie schlecht zu behandeln!!!!
Bitte beherzigt doch soetwas und kauft nicht einfach sinnlos und unpberlegt Tiere, damit sie später im Tierheim landen oder eingeschläfert werden müssen!!!
Ich werde diese Texte nicht kürzen, da der Weg zu diesen, für das Tier tragischen Situationen, eine wichtige Rolle spielt, so wie im realen Leben...

1.Geschichte
Ein Hund kommt ins Haus...

Eine traurige Geschichte, die leider zu oft vorkommt !

Ich öffne meine Augen und sehe meine Mama, die warm ist und dicke Zitzen hat. Ich spiele mit meinen Brüdern und Schwestern, wir spielen, knurren und beißen einander, und haben viel Spaß.

Ich bin glücklich und unbeschwert. Ich kann schon springen und bellen. Fremde Leute kommen die mich auf den Arm nehmen und mich mitnehmen. Alles riecht fremd dort und ich fühle mich nicht heimisch, aber die Kinder lernen mir allerlei wilde Spielchen und das liebe ich. Ich darf in ihre Pantoffeln beißen und auf ihrem Bett liegen um mit ihnen dort zu spielen. Die ganze Familie lacht wenn ich fremde Leute anknurre, sie finden das süß, ich bin ja noch so klein und ich bin glücklich. Beim Spaziergang darf ich Katzen jagen, mit den Joggern spielen, alle lachen und wenn ich zurückkomme werde ich mit einem Leckerbissen belohnt. Ich darf alles tun was ich will, sie lachen wenn ich sie anspringe und ich bin glücklich. Manchmal auf dem Spaziergang treffe ich auf Hunde meines Alters die an der Leine gehen müssen. Da sagt mein Frauchen immer, ach diese armen Hunde dürfen nie spielen und frei sein. Juhui, da gehts mir viel besser.

Ich bekomme neue Zähne und werde groß und stark. Wenn ich die Kinder jetzt anspringe oder anknurre, fallen sie manchmal um und weinen, und dann sind die großen Menschen böse zu mir und schreien. Wenn ich jetzt einen herrlich riechenden Pantoffel finde und diesen zerbeiße, nehmen sie ihn mir weg und schlagen mich damit und schreien mich an. Wenn ich jetzt auf dem Bett liege wollen sie mich herunterholen, ich knurre sie an, dann darf ich doch dort schlafen!? Doch schon schreien sie mich wieder an, jagen mich in den Garten.

Ich darf nicht mehr ins Haus und nicht mehr mit den Kindern spielen. Sie schließen mich in einen Käfig, ich bin sehr unglücklich. Wenn ich jetzt beim spazieren gehen den Katzen hinterher springe oder mit den Joggern spielen möchte, schreit mich mein Frauchen an und wenn ich dann zurückkomme, gibt's keinen Leckerbissen sondern Schläge. Ich verstehe nicht was passiert, früher fanden das alle lustig und heute haben sie Angst vor mir. Ich bin nur noch an der Leine, aber alle anderen Hunde spielen doch, ich möchte auch mitspielen. Die Hunde meines Alters, die vorher immer an der Leine waren, dürfen jetzt frei sein und mit anderen Hunden spielen.

Ich bin todunglücklich. Ich verstehe nicht, was mir passiert. Ich jammere, ich belle, ich möchte bei meinen Menschen sein, ich werde verrückt.

Wenn ich jemand aus dem Haus kommen sehe, hoffe ich, sie kommen um mich zu holen und ich belle zur Begrüßung. Da schreien die Menschen wieder und schütten Wasser nach mir. Ich bin Tage und Wochen im Käfig, ich habe es warm oder ich habe es kalt. Warum sitze ich hier? Ich will heraus, ich will nicht alleine und ausgeschlossen sein. Ich belle und jammere und ich bin unglücklich.

Jetzt sitze ich in einem fremden Käfig zwischen anderen Käfigen mit vielen Hunden. Wir jammern und manchmal kommen Menschen um uns anzusehen. Ich vertraue niemandem mehr und ich sitze hinten in meinem Käfig und weigere mich, jemanden anzuschauen. Nie bleiben sie vor meinem Käfig stehen. Ich bleibe hier sitzen. Warum sitze ich hier???

Da kommt ein Mann mit einer Leine und einem Halsband, möchte er mich etwa haben? Er nimmt mich mit durch viele Gänge in ein Zimmer, wo es fremd riecht. Er nimmt die Leine und bindet meine Schnauze zu. Warum macht er das? Ich habe doch nicht die Absicht zu beißen. Er nimmt mich in seinen Arm, will er doch freundlich sein? Au! Was macht er jetzt, er steckt etwas in mein Fell.

Ich kann meine Augen nicht mehr offen halten. Ich schließe sie, ich schlafe. Ich höre auf mich zu fragen, was es war, was die Menschen von mir wollten. Ich schlafe und niemand tut mir mehr weh, niemand schreit mehr mit mir.







2.Geschichte

Am Morgen bist Du sehr früh aufgestanden und hast die Koffer gepackt. Du nahmst meine Leine, was war ich glücklich! Noch ein kleiner Spaziergang vor dem Urlaub - Hurra!
Wir fuhren mit dem Wagen, und Du hast am Straßenrand angehalten, die Tür ging auf, und Du hast einen Stock geworfen. Ich lief und lief, bis ich den Stock gefunden und zwischen meinen Zähnen hatte. Aber als ich zurückkam, warst Du nicht mehr da! In Panik bin ich in alle Richtungen gelaufen um Dich zu finden, aber vergebens.

Ich wurde immer schwächer von Tag zu Tag. Ein fremder Mann kam, legte mir ein Halsband um und nahm mich mit. Bald befand ich mich in einem Käfig und wartete auf Deine Rückkehr, aber Du bist nicht gekommen. Dann wurde der Käfig geöffnet. Nein, du warst es nicht - es war der Mann, der mich gefunden hat. Er brachte mich in einen Raum - es roch nach Tod.

Meine Stunde war gekommen.

Geliebtes Herrchen, ich will, daß Du weisst, daß ich mich trotz des Leidens, das Du mir angetan hast, noch stets an Dein Bild erinnere, und falls ich noch einmal auf die Erde zurückkommen könnte - ich würd' auf Dich zulaufen, denn ich hatte Dich lieb!!!!








3.Geschichte

Als ich noch ein Welpe war, unterhielt ich Dich mit meinen Possen und brachte Dich zum Lachen. Du nanntest mich Dein Kind, und trotz einer Anzahl durchgekauter Schuhe und so manchem abgeschlachteten Sofakissen wurde ich Dein bester Freund. Immer wenn ich "böse" war, erhobst Du Deinen Finger und fragtest mich "Wie konntest Du nur?" - aber dann gabst Du nach und drehtest mich auf den Rücken, um mir den Bauch zu kraulen.

Mit meiner Stubenreinheit dauerte es ein bisschen länger als erwartet, denn Du warst furchtbar beschäftigt, aber zusammen bekamen wir das in den Griff. Ich erinnere mich an jene Nächte, in denen ich mich im Bett an Dich kuschelte und Du mir Deine Geheimnisse und Träume anvertrautest, und ich glaubte, das Leben könnte nicht schöner sein. Gemeinsam machten wir lange Spaziergänge im Park, drehten Runden mit dem Auto, holten uns Eis (ich bekam immer nur die Waffel, denn "Eiskrem ist schlecht für Hunde", sagtest Du), und ich döste stundenlang in der Sonne, während ich auf Deine abendliche Rückkehr wartete.

Allmählich fingst Du an, mehr Zeit mit Arbeit und Deiner Karriere zu verbringen - und auch damit, Dir einen menschlichen Gefährten zu suchen. Ich wartete geduldig auf Dich, tröstete Dich über Liebeskummer und Enttäuschungen hinweg, tadelte Dich niemals wegen schlechter Entscheidungen und überschlug mich vor Freude, wenn Du heimkamst und als Du Dich verliebtest.

Sie, jetzt Deine Frau, ist kein "Hundemensch" - trotzdem hieß ich sie in unserem Heim willkommen, versuchte ihr meine Zuneigung zu zeigen und gehorchte ihr. Ich war glücklich, weil Du glücklich warst. Dann kamen die Menschenbabies, und ich teilte Deine Aufregung darüber. Ich war fasziniert von ihrer rosa Haut und ihrem Geruch und wollte sie genauso bemuttern. Nur dass Du und Deine Frau Angst hattet, ich könnte ihnen wehtun, und so verbrachte ich die meiste Zeit verbannt in einem anderen Zimmer oder in meiner Hütte. Oh, wie sehr wollte auch ich sie lieben, aber ich wurde zu einem "Gefangenen der Liebe".

Als sie aber größer waren, wurde ich ihr Freund. Sie krallten sich in meinem Fell fest, zogen sich daran hoch auf wackligen Beinchen, pieksten ihre Finger in meine Augen, inspizierten meine Ohren und gaben mir Küsse auf die Nase. Ich liebte alles an ihnen und ihre Berührung - denn Deine Berührung war jetzt so selten geworden - und ich hätte sie mit meinem Leben verteidigt, wenn es nötig gewesen wäre.

Ich kroch heimlich in ihre Betten, hörte ihren Sorgen und Träumen zu, und gemeinsam warteten wir auf das Geräusch Deines Wagens in der Auffahrt. Es gab einmal eine Zeit, da zogst Du auf die Frage, ob Du einen Hund hättest, ein Foto von mir aus der Brieftasche und erzähltest Geschichten über mich. In den letzten Jahren hast Du nur noch mit "Ja" geantwortet und das Thema gewechselt. Ich hatte mich von "Deinem Hund" in "nur einen Hund" verwandelt, und jede Ausgabe für mich wurde Dir zum Dorn im Auge.

Jetzt hast Du eine neue Berufsmöglichkeit in einer anderen Stadt, und Du und sie werdet in eine Wohnung ziehen, in der Haustiere nicht gestattet sind. Du hast die richtige Wahl für "Deine" Familie getroffen, aber es gab einmal eine Zeit, da war ich Deine einzige Familie.

Ich freute mich über die Autofahrt, bis wir am Tierheim ankamen. Es roch nach Hunden und Katzen, nach Angst, nach Hoffnungslosigkeit. Du fülltest die Formulare aus und sagtest "Ich weiß, Sie werden ein gutes Zuhause für sie finden". Mit einem Achselzucken warfen sie Dir einen gequälten Blick zu. Sie wissen, was einen Hund oder eine Katze in "mittleren" Jahren erwartet - auch mit "Stammbaum". Du musstest Deinem Sohn jeden Finger einzeln vom Halsband lösen, als er schrie "Nein, Papa, bitte! Sie dürfen mir meinen Hund nicht wegnehmen!" Und ich machte mir Sorgen um ihn und um die Lektionen, die Du ihm gerade beigebracht hattest: über Freundschaft und Loyalität, über Liebe und Verantwortung, und über Respekt vor allem Leben. Zum Abschied hast Du mir den Kopf getätschelt, meine Augen vermieden und höflich auf das Halsband und die Leine verzichtet. Du hattest einen Termin einzuhalten, und nun habe ich auch einen.

Nachdem Du fort warst, sagten die beiden netten Damen, Du hättest wahrscheinlich schon seit Monaten von dem bevorstehenden Umzug gewusst und nichts unternommen, um ein gutes Zuhause für mich zu finden. Sie schüttelten den Kopf und fragten "Wie konntest Du nur?".

Sie kümmern sich um uns hier im Tierheim so gut es eben geht. Natürlich werden wir gefüttert, aber ich habe meinen Appetit schon vor Tagen verloren. Anfangs rannte ich immer vor ans Gitter, sobald jemand an meinen Käfig kam, in der Hoffnung, das seiest Du - dass Du Deine Meinung geändert hättest - dass all dies nur ein schlimmer Traum gewesen sei... oder ich hoffte, dass es zumindest jemand wäre, der Interesse an mir hätte und mich retten könnte. Als ich einsah, dass ich nichts aufzubieten hatte gegen das vergnügte Um-Aufmerksamkeit-Heischen unbeschwerter Welpen, ahnungslos gegenüber ihrem eigenen Schicksal, zog ich mich in eine ferne Ecke zurück und wartete.

Ich hörte ihre Schritte als sie am Ende des Tages kam, um mich zu holen, und trottete hinter ihr her den Gang entlang zu einem abgelegenen Raum. Ein angenehm ruhiger Raum. Sie hob mich auf den Tisch und kraulte meine Ohren und sagte mir, es sei alles in Ordnung. Mein Herz pochte vor Aufregung, was jetzt wohl geschehen würde, aber da war auch ein Gefühl der Erleichterung. Für den Gefangenen der Liebe war die Zeit abgelaufen. Meiner Natur gemäss war ich aber eher um sie besorgt. Ihre Aufgabe lastet schwer auf ihr, und das fühlte ich, genauso wie ich jede Deiner Stimmungen erfühlen konnte.

Behutsam legte sie den Stauschlauch an meiner Vorderpfote an, während eine Träne über ihre Wange floss. Ich leckte ihre Hand, um sie zu trösten, genauso wie ich Dich vor vielen Jahren getröstet hatte. Mit geübtem Griff führte sie die Nadel in meine Vene ein. Als ich den Einstich fühlte und spürte, wie die kühle Flüssigkeit durch meinen Körper lief, wurde ich schläfrig und legte mich hin, blickte in ihre gütigen Augen und flüsterte "Wie konntest Du nur?"

Vielleicht verstand sie die Hundesprache und sagte deshalb "Es tut mir ja so leid". Sie umarmte mich und beeilte sich mir zu erklären, es sei ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass ich bald an einem besseren Ort wäre, wo ich weder ignoriert noch missbraucht noch ausgesetzt werden könnte oder auf mich alleine gestellt wäre - einem Ort der Liebe und des Lichts, vollkommen anders als dieser irdische Ort. Und mit meiner letzten Kraft versuchte ich ihr mit einem Klopfen meines Schwanzes zu verstehen zu geben, dass mein "Wie konntest Du nur?" nicht ihr galt. Du warst es, mein geliebtes Herrchen, an den ich dachte. Ich werde für immer an Dich denken und auf Dich warten.






4.Geschichte

Linda war ein lieber, guter Hund. Denn genau das hatte Herr Sörensen unzählige Male zu ihr gesagt. Das musste es sein, was er sagte. Da war so etwas in seiner Stimme und seine Hände glitten dabei so über Lindas Kopf, dass sie ihre schwarzen dreieckigen Äuglein schließen musste vor Glück. Linda hatte das richtig empfunden: Herr Sörensen sagte genau das oft zu Linda . Er hatte ein Geschäft für nicht ganz billige Möbel, Stoffe, Lampen und was man sonst so zum Wohnen braucht.

Herr Sörensen hatte eine Frau gehabt, das war vor Lindas Zeit gewesen und ist nicht wichtig für unsere Geschichte. Jetzt leben sie zu dritt in der großen Wohnung über dem Geschäft: Sörensen Senior, sein erwachsener Sohn und Linda, die den ganzen Tag auch im Geschäft ist. Wenn ein Kunde kam, erschien Linda still und fröhlich und legte ihm ein dickes Tauende vor die Füße. Dann gab es immer zwei Möglichkeiten: Entweder der Kunde ergriff das Ende und Linda zog ihn am anderen Ende unaufhaltsam durch den Laden, bis der lachend aufgab und losließ. `Linda` sagten die Kunden, die das Spiel mit ihr spielten, `Linda, du bist mir zu stark.` Oder aber Lindas Aufforderung wurde einfach übersehen. Manche verstanden Linda eben nicht oder taten so oder wollten nicht verstehen. Auch gut. Dann trollte sich die sandfarbene Hündin mit der schönen schwarzen Zeichnung am Kopf und wartete auf bessere Kundschaft.

Zwischendurch spielte Sörensen Junior mit Linda im Park am Ende der Straße und an den Wochenenden fuhren sie immer woanders hin. Alle drei wanderten gern. Na ja: Die beiden Sörensen wanderten und Linda tobte selig um sie herum.

Während der Woche wurde Linda manchmal von einer Gruppe kleiner Mädchen und Jungen abgeholt. Dann nahm Herr Sörensen ihr das Halsband ab und legte ihr ein Geschirr an, wie es die Schlittenhunde tragen. Linda war dann immer schon mächtig aufgeregt, denn die Kinder rannten mit ihr zu einem kleinen Platz, der asphaltiert war, aber für den Autoverkehr gesperrt. Die Skateboards klapperten und schnurrten und die Kinder ließen sich von Linda ziehen. fassten in den Lederbügel am Rückenteil ihres Geschirrs und ab ging die Post, jeder einmal um die ganze Anlage, bis die Kinder nach Hause mussten, Linda umarmten und bis zum nächstem Mal riefen und Danke Linda und du warst wieder echt super und tschüss, Herr Sörensen- denn der war nach Ladenschluss erschienen, um Linda abzuholen. " Na, sagte er, Linda, du wilde Hummel, hast du dich gut amüsiert?" Und Linda hechelte zu ihm hoch: " Ja, ja, ja, Linda hat es gut gehabt."

An irgendeinem Tag hatte es dann angefangen. Eine streng riechende Dame hatte auf Linda gezeigt und etwas gesagt, was Herrn Sörensen Senior ein rotes Gesicht gemacht hatte. Er sprach lauter mit der Dame als gewöhnlich und sie rauschte hinaus, ließ nur ihre Parfümwolke zurück, für Linda noch lange riechbar. Sörensen Senior streichelte Linda, aber ganz bei der Sache war er nicht. " Hast du das gehört", sagte er zu seinem Sohn, der gerade aus dem Büro kam. " Linda ist ein Kampfhund!" Und dann sagte er noch einiges über die Dame, was Linda nicht verstand. Und dann war ohnehin Ladenschluss und die drei gingen in die Kneipe gegenüber; Sörensens zischten ein Bier und der Kampfhund Linda bekam, wie immer, eine Bockwurst.

Von jetzt an wurde es immer ungemütlicher. Bisher hatte sich kein Mensch etwas dabei gedacht, dass Linda ein Bullterrier war, aber plötzlich waren die Zeitungen voll von greulichen Geschichten über Hunde, die Menschen gebissen hatten und immer sollten es Hunde wie Linda gewesen sein. Oder so ähnliche Hunde. Irgendjemand hatte dann die Sache mit den Kampfhunden aufgebracht. Kataloge wurden aufgestellt, welche Rassen denn nun am gefährlichsten seien und Lindas Rasse stand immer ganz oben auf den Listen. Wenn die Sörensens versuchten, mit den aufgeregten Leuten zu reden, war das meist nicht mehr möglich. Niemand wollte sich davon überzeugen lassen, dass Linda keiner Fliege etwas zu leide tat.

Keiner - bis auf ein paar alte Freunde - wollte sie mehr streicheln, die Eltern verboten ihren Kindern das Skateboard - Fahren mit Linda. Es war wie eine Krankheit, die sich immer mehr ausbreitete: Immer neue Gräuelgeschichten standen täglich in den Zeitungen, um die sich die Leute rissen: Je mehr Kampfhundlügen, desto mehr von den Schmuddelblättern wurden verkauft und desto ängstlicher wurden die Menschen auf den Straßen.

Die Sörensen konnten nicht alle Kunden nach Hause schicken, die sich plötzlich vor Linda fürchteten und wenn sie Linda im Büro einschlossen, fing sie an zu weinen und schließlich zu schreien., denn sie konnte natürlich nicht verstehen, warum sie plötzlich eingesperrt wurde und war ganz verstört. Also wechselten sich die Sörensens ab: Einer blieb immer mit Linda im Büro oder in der Wohnung, der andere im Geschäft.

Es war aber nicht mehr das alte, gute Leben. Linda, die sich immer frei bewegt hatte und mustergültig über die Straßen ging- sie achtete besser auf die Ampeln als viele Passanten - Linda musste an die Leine genommen werden, weil die Leute sie und Herrn Sörensen beschimpften. " Lässt den Kampfhund hier frei herumlaufen. Ist wohl noch nicht genug passiert." Das und Ähnliches mussten sich die Sörensen nun täglich anhören und niemand wollte glauben, dass Linda ein lieber, guter Hund war.

Sörensen Senior regte sich dermaßen auf, dass er krank wurde. Sein Herz schlug nicht mehr so ganz wie es sollte, und er blieb jetzt häufiger zu Haus. Wenn er mit ihr spielte, merkte Linda, wie ihn das anstrengte und nahm Rücksicht. Aber Rücksichtnahme ist keine gute Vorraussetzung für Spiele, die Hunde mögen. Und nach und nach wurden die Sörensens und Linda immer trauriger. Es war einfach nicht mehr möglich, mit Linda unangefochten zu leben und sie grübelten, wie sie etwas ändern könnte es fiel keinem etwas Vernünftiges ein: Das Geschäft brauchten sie, um leben zu können und zum Leben gehörte Linda.

Eines Tages dann - eines Tages ging Herr Sörensen Senior nach Geschäftsschluss noch zum Tabakladen um die Ecke, um seinen Lottoschein abzugeben. Linda trottete an der Leine neben ihm her. Der Tabakfritze, der Linda seit vielen Jahren kannte, machte eine der übliche Kampfhundebemerkungen, die witzig sein sollte. Sörensen war der Humor in dieser Angelegenheit gründlich vergangen. Er machte eine scharfe Bemerkung und verließ den Laden. " Du bleibst mein lieber guter Hund", sagte er und beugte sich zu Linda herunter. Dabei wurde ihm schwindelig. Er richtete sich auf, in seinen Ohren rauschte es, vor den Augen tanzten schwarze Kreise, die immer größer wurden. Und dann fiel Herr Sörensen mitten auf der Straße um, murmelte noch so etwas, wie " Linda, bleib bei mir", dann lag er ganz still da.

Linda erschrak fürchterlich. Sie fiepte, leckte Sörensen Gesicht und Hände und setzte sich ganz dicht neben ihn. Jetzt, das fühlte sie, jetzt wurde etwas von ihr gefordert, was noch nie verlangt wurde. Jetzt lag die Entscheidung bei ihr. Ihr lieber guter Sörensen- denn das war es, was Linda im Herzen empfand- hatte die Verantwortung für sich der Linda übertagen. Als sich aus dem Kreis der Leute, der sich bei solchen Ereignis unweigerlich bildet, zwei Männer lösten und Anstalten machten, Herr Sörensen anzufassen, zog Linda die Lefzen hoch und ein tiefes Grollen kam aus ihr, dem sie selbst nachlauschte, so fremd erschien er ihr.

Die Leute wichen zurück, der Ruf nach der Polizei, der Wagen mit Polizisten, der eifrige Zeuge und Helfer und Untertan, der immer da ist: ( Herr Wachtmeister, wir wollten ja erste Hilfe leisten, aber sie sehen ja selbst, der Kampfhund lässt keinen ran!) Ratlosigkeit; die Stimme eines Einzelnen, der etwas von einer Betäubungsspritze sagen will, geht unter in der düsteren Wolke von Hass, die über der Menschen um Sörensen und Linda liegt: Da kann man es sehen, mit eigenen Augen, hier ist doch der Beweis erbracht, Kampfhunde sind unberechenbar, das Tier hat sich bloß verstellt- ( all die Jahre!) jetzt sieht man ja - weg mit dem Köter, worauf warten sie! Will die Polizei verantworten, das der Mann stirbt, weil der Hund keinen an ihn ranlässt."

Dieser Hund verhält sich mustergültig, sagt einer, der jetzt erst dazukommt, er verteidigt seinen wehrlosen Freund Mensch, lassen sie mich mal! Er geht ruhig auf Linda zu, das Gebrüll der Leute wird zu einem hastigen Gezischel, der Mann redet leise zu Linda, beruhigend, Linda schaut ihm stirnrunzelnd in die Augen. " zurück" , schreit der Polizist, " sind sie wahnsinnig" und reißt den Mann an der Schulter beiseite. Und Linda kann das nicht dulden. Nicht jetzt und nicht hier. Da wird Gewalt angetan einem, der verlässlich erscheint, dem Einzigen. Linda setzt zum Sprung an, jetzt sieht sie so aus, wie die Leute es schon immer gewusst haben. Jetzt wird sie kämpfen, und aus dem gleichen Grund: Um ihren Menschen zu schützen.

Der Polizist nestelt seine Dienstwaffe los. Er ist Beamter und beugt sich dem Beschluss der Mehrheit, die von ihm erwartet, dass er jetzt ganz langsam die Hand mit der Pistole hebt.

" Was machen sie denn da, um Gottes Willen!" Sörensen Junior bricht durch die Menschenmauer und Linda springt ihm mit einem Schrei in Gesicht und küsst ihn und lacht und zieht ihn am Ärmel zu Sörensen Senior; und springt aufgeregt an den beiden Männern hoch, die endlich mit einer Trage zur Stelle sind. " Ist ja gut, mein Kleiner" sagt der eine. Er hat selbst einen Hund. Linda und der junge Sörensen steigen mit in den Transporter, die Menschen gehen auseinander.

Es fehlt Ihnen was an der Geschichte. Abends in den Kneipen und Wohnzimmern wird jeder etwas anderes erzählen, und jeder wird als einziger die Situation gerettet haben.

Sörensen Senior hatte nur einen Kreislaufkollaps, kam am selben Abend noch nach Hause. Sörensens werden jetzt ihr Leben ändern, der Senior muss es langsamer ahngehen lassen, hat der Arzt gesagt: Gute Luft, viel Spazieren gehen, möglichst wenig Ärger. " machen wir", sagt Sörensen Senior, machen wir alles, wo ein Wille ist- und so weiter- was meinst du, mein lieber guter Hund? Und fasst Linda mit beiden Händen um den Kopf und gibt ihr einen Kuss mitten auf die schwarze Nase.

Die Geschichte ist wahr, weil sie so hätte ablaufen können. DIE GESCHICHTE IST NICHT WAHR, WEIL DER POLIZIST DAS GANZE MAGAZIN SEINER PISTOLE IN LINDA HINEINGESCHOSSEN HAT. Diese Geschichte möchte ich nicht erzählen.







Zu guter Letzt:


Wertvoll

Ein Geschäftsinhaber hatte ein Schild über seine Tür genagelt, darauf war zu lesen: Hundebabys zu verkaufen.
Dieser Satz lockte Kinder an. Bald erschien ein kleiner Junge und fragte:
"Für wieviel verkaufen Sie die Babys?" Der Besitzer meinte "zwischen 30 und 50 Euro"
Der kleine Junge griff in seine Hosentasche und zog etwas Wechselgeld heraus "Ich habe 2,37 Euro, kann ich sie mir anschauen?" Der Besitzer grinste und pfiff. Aus der Hundehütte kam seine Hündin namens Lady, sie rannte den Gang seines Geschäftes hinunter, gefolgt von fünf kleinen Hundebabys.

Eins davon war einzeln, ersichtlich weit hinter den Anderen. Sofort sah der Junge den humpelnden Kleinen. Er fragte "Was fehlt diesem kleinen Hund?" Der Mann erklärte, dass, als der Kleine geboren wurde, der Tierarzt meinte, er habe ein kaputtes Gelenk und wird für den Rest seines Lebens humpeln.

Der kleine Junge, richtig aufgeregt, meinte "den kleinen Hund möchte ich kaufen". Der Mann antwortete "Nein, den kleinen Hund möchtest du nicht kaufen. Wenn du ihn wirklich möchtest, dann schenke ich ihn dir."
Der kleine Junge war ganz durcheinander. Er sah direkt in die Augen des Mannes und sagte "Ich möchte ihn nicht geschenkt haben. Er ist ganz genauso viel wert wie die anderen Hunde und ich will für ihn den vollen Preis zahlen Ich gebe Ihnen jetzt die 2,37 Euro und 50 Cent jeden Monat, bis ich ihn bezahlt habe."

Der Mann entgegnete: "Du musst den Hund wirklich nicht bezahlen. Er wird niemals rennen, spielen und hüpfen können wie die anderen kleinen Hunde". Der kleine Junge langte nach unten und krempelte sein Hosenbein hinauf und zum Vorschein kam sein schlimm verkrümmtes, verkrüppeltes linkes Bein, geschient mit einer dicken Metallstange.

Er sah zu dem Mann hinauf und sagte: " Naja, ich kann auch nicht so gut rennen und der kleine Hund braucht jemanden, der Verständnis für ihn hat."

Der Mann biss sich auf seine Unterlippe. Tränen stiegen in seine Augen, er lächelte und sagte: "Mein Sohn, ich hoffe und bete, dass jedes einzelne dieser Hundebabys einen Besitzer wie dich haben wird."


Im Leben kommt es nicht darauf an, wer Du bist, sondern dass jemand Dich dafür schätzt, was Du bist, Dich akzeptiert und liebt!
(Verfasser unbekannt)


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